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07.09.2013

White House Down


So, da saß ich nun im Kino ärgerte mich immer noch, dass ich das WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich bei der Kartenreservierung vergessen hatte…
Aber nach dem Trailer wollte ich White House Down unbedingt sehen – auch weil daraus nicht hervorging, ob es erneut Aliens waren, die das Weiße Haus in Trümmer legen, oder es diesmal eine irdische Ursache dafür gab.

Die Ausgangssituation (und nicht nur die) erinnert dann aber sehr schnell an Stirb langsam: ein großes Gebäude wird von Terroristen eingenommen und die kleine Armee, die davor steht kann nicht viel unternehmen, weil sich natürlich Geiseln im Gebäude befinden. Jetzt gibt es den leidlich erfolgreichen, aber sympathischen Helden, der allerdings diesmal nicht nur seine verloren gegangene Angehörige finden muss, sondern auch noch den Präsidenten am Schuh kleben hat. Und nun muss er es eben im Alleingang hinbiegen...

Das die Kombination „black & white“ gut funktionieren kann, ist ja nicht erst seit Miami Vice, Pulp Fiction, Lethal Weapon und Django Unchained bewiesen. Und aus Letzterem kennt man auch den Präsidenten (gespielt von Jamie Foxx, irgendwie witzig: vom Sklaven zum Präsidenten), den Agent Cale (besetzt mit Channing Tatum, bekannt aus 21 Jump Street, Side Effects und G.I. Joe) nun beschützen muss. Und das macht er eigentlich ganz gut. Hier war weniger mehr. Auch wenn es vielleicht oft nicht ganz so spektakulär wie bei John McClane aussieht.
Aber auch der Präsident ist meiner Meinung nach cool. Gerade weil er nicht zum Superhelden mutiert und das Geballer Agent Cale überlässt. Er hat dafür die Lacher auf seiner Seite, als er sich die Sneaker greift und in seiner Limousine mit einer Panzerfaust um den Pool rast.
In weiteren erwähnenswerten Rollen sind noch der Bösewicht( Jason Clarke, den man zwar kennt, aber irgendwie nicht weiß woher) und die Tochter (Joey King, die grade erst in Conjuring mitgewirkt hat). Die ist mir aber etwas zu tough und wird später dann noch für eine nervige Szene missbraucht…

Das Grundgerüst ist dann auch schnell aufgebaut und die Action kann losgehen. Und das tut sie auch! Ich kann nur empfehlen den Film in einem großen Saal (im Duisburger UCI wäre das Saal 1) und mit gutem Soundsystem anzuschauen. Für mich war alles drin, was es braucht. Gute Darsteller, viel Action und dazu die richtige Dosis an Emotionen und ein paar wirklich witzige Szenen, die genau so gezündet haben, wie die Bomben und Flugabwehr-Raketen der Terroristen…
Und auch diese machen einen guten Job. Zum Glück ist man hier nicht in Stereotypen verfallen und hat ein paar arabisch sprechende Bombenleger bemüht, sondern hat den Feind eher im Innland und mit verschiedenen Beweggründen rekrutiert. Da ist alles dabei: Geld, Gesinnung, Eitelkeit und Trauma. Das bietet natürlich die ein oder andere Vorlage für ein Komplott-Ratespielchen…

Alles in allem mit Sicherheit einer der besseren Filme in diesem Jahr, wenn man über kleine Schwächen hinweg sieht. Wie bereits in anderen Kritiken erwähnt, sind die sogenannten CGI-Effekte nicht so besonders gelungen. Das habe ich schon besser gesehen und von einem solchen Regisseur da etwas mehr erwartet. Allerdings gibt´s davon nicht so viele und richtet von daher keinen großen Schaden an.
Und natürlich gibt´s wie immer die Klassiker:

- No Mercy: wenn ich in einer solchen Situation den Gegner im Visier habe, schalte ich ihn aus. K.O. schlagen reicht nicht! Den wir wissen alle: er steht wieder auf!

- Eine Szene am Anfang, auf die am Ende noch einmal Bezug genommen wird: die Uhr!

- Dumme/alberne Helden: der Typ,der sich vor ein MG stellt und um Rücksicht auf das Inventar bittet.

- Geklautes: die Szene mit den Rotorblättern, die Millimeter vor dem Gesicht stehen bleiben, habe ich bei MI und Tom Cruise schon mal gesehen.

- Die nervige pathetische Szene, die ich bereits erwähnte: wenn ein kleines Mädchen mit einer großen Fahne vorm weißen Haus wedelt. Das hat Nicolas Cage in The Rock mit seinen Fackeln aber wesentlich besser hinbekommen…

Aber die war vielleicht ein Versuch vom Regisseur, sich nicht gänzlich unbeliebt zu machen. Schließlich soll 2015 Independence Day 2 in die Kinos kommen. Und es wäre doch eine schöne Tradition, wenn da wieder das Weiße Haus…


Fazit: Ich fand den Film gut und habe nicht einmal auf mein Smartphone und die Fußball-App geschaut, um zu sehen wie es steht…