So, da saß ich nun im Kino ärgerte mich immer noch, dass
ich das WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich bei der Kartenreservierung vergessen
hatte…
Aber nach dem Trailer wollte ich White House Down unbedingt
sehen – auch weil daraus nicht hervorging, ob es erneut Aliens waren, die das Weiße
Haus in Trümmer legen, oder es diesmal eine irdische Ursache dafür gab.
Die Ausgangssituation (und nicht nur die) erinnert dann
aber sehr schnell an Stirb langsam: ein großes Gebäude wird von Terroristen
eingenommen und die kleine Armee, die davor steht kann nicht viel unternehmen,
weil sich natürlich Geiseln im Gebäude befinden. Jetzt gibt es den leidlich
erfolgreichen, aber sympathischen Helden, der allerdings diesmal nicht nur seine
verloren gegangene Angehörige finden muss, sondern auch noch den Präsidenten am
Schuh kleben hat. Und nun muss er es eben im Alleingang hinbiegen...
Das die Kombination „black & white“ gut funktionieren
kann, ist ja nicht erst seit Miami Vice, Pulp Fiction, Lethal Weapon und Django
Unchained bewiesen. Und aus Letzterem kennt man auch den Präsidenten (gespielt
von Jamie Foxx, irgendwie witzig: vom Sklaven zum Präsidenten), den Agent Cale
(besetzt mit Channing Tatum, bekannt aus 21 Jump Street, Side Effects und G.I.
Joe) nun beschützen muss. Und das macht er eigentlich ganz gut. Hier war
weniger mehr. Auch wenn es vielleicht oft nicht ganz so spektakulär wie bei
John McClane aussieht.
Aber auch der Präsident ist meiner Meinung nach cool.
Gerade weil er nicht zum Superhelden mutiert und das Geballer Agent Cale
überlässt. Er hat dafür die Lacher auf seiner Seite, als er sich die Sneaker
greift und in seiner Limousine mit einer Panzerfaust um den Pool rast.
In weiteren erwähnenswerten Rollen sind noch der
Bösewicht( Jason Clarke, den man zwar kennt, aber irgendwie nicht weiß woher)
und die Tochter (Joey King, die grade erst in Conjuring mitgewirkt hat). Die
ist mir aber etwas zu tough und wird später dann noch für eine nervige Szene missbraucht…
Das Grundgerüst ist dann auch schnell aufgebaut und die
Action kann losgehen. Und das tut sie auch! Ich kann nur empfehlen den Film in
einem großen Saal (im Duisburger UCI wäre das Saal 1) und mit gutem Soundsystem
anzuschauen. Für mich war alles drin, was es braucht. Gute Darsteller, viel
Action und dazu die richtige Dosis an Emotionen und ein paar wirklich witzige
Szenen, die genau so gezündet haben, wie die Bomben und Flugabwehr-Raketen der
Terroristen…
Und auch diese machen einen guten Job. Zum Glück ist man
hier nicht in Stereotypen verfallen und hat ein paar arabisch sprechende
Bombenleger bemüht, sondern hat den Feind eher im Innland und mit verschiedenen
Beweggründen rekrutiert. Da ist alles dabei: Geld, Gesinnung, Eitelkeit und
Trauma. Das bietet natürlich die ein oder andere Vorlage für ein
Komplott-Ratespielchen…
Alles in allem mit Sicherheit einer der besseren Filme in
diesem Jahr, wenn man über kleine Schwächen hinweg sieht. Wie bereits in anderen
Kritiken erwähnt, sind die sogenannten CGI-Effekte nicht so besonders gelungen.
Das habe ich schon besser gesehen und von einem solchen Regisseur da etwas mehr
erwartet. Allerdings gibt´s davon nicht so viele und richtet von daher keinen
großen Schaden an.
Und natürlich gibt´s wie immer die Klassiker:
- No Mercy: wenn ich in einer solchen Situation den
Gegner im Visier habe, schalte ich ihn aus. K.O. schlagen reicht nicht! Den wir
wissen alle: er steht wieder auf!
- Eine Szene am Anfang, auf die am Ende noch einmal Bezug
genommen wird: die Uhr!
- Dumme/alberne Helden: der Typ,der sich vor ein MG
stellt und um Rücksicht auf das Inventar bittet.
- Geklautes: die Szene mit den Rotorblättern, die
Millimeter vor dem Gesicht stehen bleiben, habe ich bei MI und Tom Cruise schon
mal gesehen.
- Die nervige pathetische Szene, die ich bereits erwähnte:
wenn ein kleines Mädchen mit einer großen Fahne vorm weißen Haus wedelt. Das
hat Nicolas Cage in The Rock mit seinen Fackeln aber wesentlich besser
hinbekommen…
Aber die war vielleicht ein Versuch vom Regisseur,
sich nicht gänzlich unbeliebt zu machen. Schließlich soll 2015 Independence Day 2 in die Kinos
kommen. Und es wäre doch eine schöne Tradition, wenn da wieder das Weiße Haus…
Fazit: Ich fand den Film gut und habe nicht einmal auf
mein Smartphone und die Fußball-App geschaut, um zu sehen wie es steht…
